Bauer Willi reicht’s!

Wie eine kleine Welle ging der offene Brief von Bauer Willi an alle Verbraucher durchs Internet, denn: Bauer Willi reicht’s!

„Wer ein Hähnchen für 2,49 € kauft, gibt an der Kasse das Recht ab, sich über Massentierhaltung aufzuregen.“

In seinem emotionalen Brief versucht Bauer Willi den Verbraucher auf die Missstände hinzuweisen, die in der Landwirtschaft existieren und an denen der Verbraucher Mitschuld trägt. In Stichworten:

* Billig: Verbraucher wollen billige Ware und vergessen dabei, dass billig auch heißt, dass potatkldie Bauern in einen Preiskampf (mit ausländischen Betrieben) geraten und ihre Waren zu Tiefstpreisen (“ 1 Cent pro Kilogramm Kartoffeln“) an die Supermärkte verkaufen müssen.

* Fehlendes Verständnis: Den Verbrauchern fehlt heute einfach das Hintergrundwissen, wie Landwirtschaft tatsächlich funktioniert und was es für ein Knochenjob ist. Durch die schlechte Bezahlung (Preiskampf) kämpfen viele Landwirte mit ihrer Existenz.

* Kontrolle: In der Landwirtschaft gibt es viele Kontrollmechanismen, die sehr aufwändig sind und zu unser aller Sicherheit beitragen, oft aber selbst von den Landwirtschaften bezahlt werden müssen (Vorsorgeuntersuchungen der Tiere, Kontrolle von Zugaben wie Dünger etc.).

* Wert: Die Verbraucher haben den Bezug zu Lebensmitteln verloren und kaufen zu viel / werfen zu viel weg, weil alles so billig / in Masse zu haben ist.

* Regional: Verbraucher kaufen viele nicht-regionale und -saisonale Produkte. Dadurch bleiben heimische Produkte liegen / werden von den Supermärkten nicht ins Sortiment aufgenommen.

* Qualität: Der Verbraucher möchte Qualität doch am Ende ist ihm der günstige Preis wichtiger.

Ihr kennt den Brief noch nicht? Dann lest ihn euch hier einmal durch, es lohnt sich wirklich.

Und nun die große Frage: Hat er Recht?
Ich finde JA, denn wir Verbraucher haben sehr wohl die Macht, an der Verbesserung der Situation mitzuwirken. Und wir wollen doch auch, dass die Landwirte, die so hart schuften und immer vom Wetter abhängig sind, am Ende auch eine gute Bezahlung erhalten oder nicht? Aber wie können wir Bauer Willi und all die anderen Bauern denn nun unterstützen?

Meiner Meinung nach sind es eigentlich nur kleine drei Schritte:

1. Schritt: An der eigenen Einstellung arbeiten
Der erste, schwierigste und wichtigste Schritt ist einzusehen, dass man für gute regionale und saisonale Produkte etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Was es einfach macht: Es lohnt sich, denn man schmeckt den Unterschied! Und der Gesamteinkauf wird dadurch nicht zwangsläufig teurer, denn man kauft bewusster ein (und nur das, was man wirklich braucht). Klasse statt Masse!

2. Schritt: Zeit investieren
Es dauert vielleicht am Anfang ein bisschen länger, seinen Wocheneinkauf zu planen und zu erledigen, da man eventuell nicht alles in einem Laden bekommt. Deshalb besser etwas mehr Zeit einplanen.

3. Schritt: Einfach mal probieren!
Und wie?

Ich habe mich im letzten Jahr viel mit der Problematik „Supermarkt“ beschäftigt. Neben dem Preisdruck, mit dem die Landwirte kämpfen, macht mir auch der Verpackungswahnsinn und das Wegwerfen von noch haltbaren Lebensmitteln in Supermärkten zu schaffen.

Folgende Lösungen habe ich gefunden, die auch Bauer Willi glücklich stimmen sollten:

* Die Ökokiste / Biokiste – Einmal pro Woche wird euch von Obst / Gemüse über Fleisch/Ei/Nudeln alles, was ihr bestellt habt, direkt nach Hause geliefert. Regional und saisonal – eine super Sache!

* Bauernmärkte / Wochenmärkte (Münchner Wochenmärkte; Münchner Bauernmärkte)wochenmarkt

* Hofläden / regionale Höfe (in München z.B. der Stemmerhof, Hofladen uvm.)

* Bioläden, wie z.B. Vollcorner

* Bäckereien, wie z.B. die Hofpfisterei in München, die mit Lieferanten aus der Umgebung arbeiten

* Selbst anbauen (Balkongarten, Schrebergarten / Kleingarten anmieten)

* Teil einer solidarischen Landwirtschaft werden (z.B. das Kartoffelkombinat in München)

Ich liebe vor allem die Wochenmärkte, da es sie in wirklich jedem Stadtteil und mindestens einmal pro Woche gibt. Dort könnt ihr von Obst/Gemüse über Fisch, Fleisch, Käse, Brot, Eier, Nudeln bis hin zu Aufstrichen wirklich alles kaufen. Die Marktleute sind immer sehr nett, beraten und geben Kochtipps und oft gibts auch einfach mal was kostenlos dazu. Nehmt euch einen Korb oder eine Jutetasche mit, mit der ihr eure erstandenen Schätze transportieren könnt und schon kann’s losgehen.

Und wo geht ihr einkaufen? Welche Tipps und Erfahrungen habt ihr? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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Ein Gedanke zu “Bauer Willi reicht’s!

  1. Pingback: Lecker, frisch und bunt – Der Wochenmarkt / Tasty, fresh and colourful – The weekly market | how 2 become green

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