Experiment „Müllfreier Monat“

IMG_7415klIMG_7423klFalls ihr euch gefragt habt, warum ich meinen Blog die letzte Zeit etwas stiefmütterlich behandelt habe: Nun, ich habe angefangen zu nähen (Artikel folgt bald), gärtnere und ernte fleißig (s. Bilder rechts) und genieße den Sommer, der nun endlich Einzug gehalten hat.
Außerdem habe ich das Experiment „Müllfreier Monat“ gewagt und möchte euch heute berichten wie es gelaufen ist.

 

Warum Müllvermeidung ein wichtiges Thema ist, wissen wir alle. Wir verbrauchen mehr Ressourcen als uns auf Dauer zur Verfügung stehen, Plastik landet im Meer und bedroht viele Tierarten und viele Länder versinken in toxischen Müllbergen. Das muss sich ändern! Doch können wir überhaupt ohne Müll leben?

Als ich anfing diesen Artikel zu schreiben, dachte ich mir: „Ohje was habe ich mir denn da vorgenommen? Einen Monat lang keinen Müll produzieren, das ist eine unlösbare Aufgabe“.
Doch dann fing ich an zu recherchieren und habe so viele tolle Blogs und Websiten (s. Ende des Artikels) gefunden, dass ich am Ende eigentlich ganz optimistisch und gut vorbereitet in den Monat starten konnte.

Ob ich es geschafft habe fragt ihr euch? Nun das findet ihr gleich heraus. Zunächst aber einmal kurz die Schritte, die ich in der Vorbereitung gegangen bin, denn Vorbereitung ist in diesem Fall wirklich unerlässlich:

1. Schritt: Spielregeln festlegen, für mich waren das die folgenden:
* Beim Einkauf keinen neuen Müll produzieren
* Müll, der sich nicht vermeiden lässt (Werbeflyer und Zeitschriften im Briefkasten trotz „KEINE WERBUNG“-Sticker usw.) kreativ aufarbeiten (Upcycling) oder verwerten (Recycling)
* Meine Extraregel: Vorhandenes aufbrauchen (z.B. Kosmetika), aber im Vorfeld keinen Monatsvorrat kaufen, um das Problem der Müllvermeidung in diesem Monat zu umgehen 🙂

2. Den Einkauf planen (Vorbereitung ist hier alles!)
Der Einkauf (am besten nur 1x pro Woche) will gut geplant sein, damit ihr auch alles bekommt, was ihr braucht. Das heißt am Anfang erst einmal Zeit investieren und bereit sein, neue Einkaufswege zu gehen.
Worauf man achten sollte:
* Einmal pro Woche einkaufen und sich ausreichend Zeit nehmen, weil man wahrscheinlich nicht alles, was man braucht in einem Laden bekommt
* Recherchieren, in welchen Läden ihr welche Produkte unverpackt einkaufen könnt (Stichwort Zero Waste Supermärkte)
* Eure Einkaufsroute, Transport (Jutetaschen, Tragekörbe) und Transportmittel planen (Fahrrad, Lastenfahrrad, Öffis, zu Fuß)
* Eine Einkaufsliste mit ALLEM schreiben, was man braucht, am Besten sortiert nach Laden.
* Für jedes Produkt ein Behältnis (Tupperboxen, Gläser, Edelstahl etc.) einplanen und mitnehmen
* Nur so viel planen/einkaufen, wie ihr tatsächlich pro Woche verbrauchen könnt. Beim ersten Mal kauft ihr wahrscheinlich zu viel oder zu wenig, aber das pendelt sich ein.

Bei meiner Recherche habe ich ganz wundervolle Blogs gefunden, z.B. von der Zero Waste Familie, die nicht nur tolle Tipps für die Vorbereitung, sondern auch praktische Einkaufstipps hat, um Sachen unverpackt zu bekommen.

In der Praxis:
Ich bin wirklich gut in meinen Monat gestartet. Ich habe mich von allen möglichen Abonnements abgemeldet, beim Bäcker mein Brot direkt in meinen Stoffbeutel statt in ein Papier packen lassen, und u.a. unverpacktes Haarshampoo (z.B. Lush) und eine langlebige Wasser-Trinkflasche angeschafft. Auf meinem Wochenmarkt, von dem ich ja immer schwärme, kann ich sowieso komplett ohne Verpackung einkaufen.

Mit jeder Verpackung, die ich vermeiden konnte habe ich mich tatsächlich etwas leichter gefühlt. Schon alleine den Briefkasten aufzumachen und nicht eine handvoll Papier ungelesen in den Müll werfen zu müssen war recht angenehm. Ich war optimistisch gestimmt, dass ich es schaffen würde, bis – ja bis mir dann leider doch die Zeit einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Denn da gab es dann doch das ein oder andere (angefangen bei Make-up über das ein oder andere Lebensmittel bis hin zu Taschentüchern), das ich aus Mangel an Zeit (bzw. weil ich mir die Zeit nicht genommen habe) einfach „schnell auf dem Weg“ gekauft habe.

Nichtsdestotrotz war der Gang zur Müllsammelstelle angenehm, wie lange nicht mehr, da er fast zur Seltenheit wurde.

Was ich in diesem Monat gelernt habe:leitungswasser1

Ich finde es toll, wenn man es schafft wirklich müllfrei zu leben. Das erfordert (meiner Meinung nach) zumindest am Anfang ganz schön viel Disziplin und Willenskraft, bis man sich eingerichtet hat. Ich glaube aber auch, dass man nicht ganz so streng an die Sache herangehen muss. Im Endeffekt ist es wie bei allem: Ein Schritt nach dem Anderen. Wenn ihr heute ein Abo kündigt, morgen statt dem Wasser aus der PET-Flasche einfach mal das Leitungswasser probiert und als Nächstes einen Brotaufstrich selbst macht und nicht kauft, dann bewegt sich doch schon Einiges, denn mit vielen kleinen Schritten kann man auch eine große Bewegung starten.

Hier meine 10 Top-Tipps, die mir geholfen haben, meinen Alltag mit wenig Aufwand dauerhaft etwas zu „entmüllen“:

* Abmeldung von allen postalischen Newslettern, unnötigen Abonnements und Werbungwochenmarkt
* Recycelte Produkte kaufen, wie z.B. Toilettenpapier / Taschentücher aus 100% Recyclingfasern
* Bei Wochenmärkten / Hofläden oder Direktvermarktungen einkaufen und an die eigene Verpackungsmöglichkeit (Dosen, Gläser etc.) denken
* Selbst machen: Ein gesunder Brotaufstrich aus Gemüse, Kekse oder eine Limonade sind schnell und ohne großen Aufwand selbst gemacht und schmecken einfach lecker!
* Hausmittelchen ausprobieren (oft muss es gar nicht das teure Putzmittel sein, wie z.B. die Website einfach-natuerlich.de beweist)
* Bewusst einkaufen (Brauche ich das wirklich? Kann ich es vielleicht einfach selbst machen? Gibt es eine verpackungsfreie Variante?)
* Keine Verpackung in der Verpackung und Vorratspackungen statt kleinen Packungen kaufen (z.B. einzeln verpackte „Mini-Süßigkeiten“ in der großen Verpackung, einzeln verpackte Spülmaschinentabs statt Pulver, ein Glas Joghurt, aus dem man sich eine Tagesportion abschöpfen kann statt lauter kleiner Joghurtbecher etc.)
upcycling* Sachen nicht gleich wegwerfen, sondern reparieren und weiterverwerten (Stichwort Upcycling).
* Nur mit Einkaufsliste einkaufen, das schützt vor Spontankäufen, bei denen sich die Verpackung oft nicht vermeiden lässt
* Langlebige Produkte kaufen (z.B. mehr Glas / Edelstahl statt Plastik)

Hilfreiche Blogs
Diese Blogs machen euch den Einstieg in euren müllfreien Monat / in ein müllreduziertes Leben mit jeder Menge Tipps wirklich leichter:

Deutsche Links:
* Zero Waste Familie
* Cakeinvasion
* Zero Waste Blog

Englische Links:
* Zero Waste Home
* Zero Waste Blog

Ich habe nun Blut geleckt und bleibe auf jeden Fall weiter am Ball um meinen Müll immer weniger werden zu lassen.

Was macht ihr denn so um euren Müll zu reduzieren? Welche Tipps und Infos könnt ihr teilen?
Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare!

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2 Gedanken zu “Experiment „Müllfreier Monat“

  1. Hallo,
    Danke für die vielen Tipps. Da bekomme ich gleich Lust das auch auszuprobieren. Vll nicht für einen Monat, aber eine Woche ohne Müll wäre schon nicht schlecht.
    Gruß
    Grace

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