Cradle to Cradle – Nachhaltigkeit neu gedacht

Zum Jahresbeginn möchte ich alle Artikel nachschießen, die ich aus Zeitgründen letztes Jahr nicht mehr unterbingen konnte. Den Anfang macht ein spannendes Konzept mit dem geheimnisvollen Namen „Cradle to Cradle“.

Im Oktober 2015 hatte ich die Gelegenheit, den 2. Cradle to Cradle Kongress in Lüneburg zu besuchen und kann nun viele spannende Erkenntnisse mit euch teilen.

StoryOfStuff_logoDie Verschwendung von Ressourcen – ein riesengroßes Problem, das mir persönlich erst so richtig bewusst wurde, als ich vor einigen Jahren “ The Story of Stuff“ gesehen habe.
In dem Film, den ihr euch unbedingt anschauen solltet, geht es um den Verbrauch unserer wertvollen Ressourcen zur Erstellung von Produkten, die meist nach kurzer Lebensdauer im Müll landen oder maximal recycelt werden können („Von der Wiege zur Bahre“). Oft landet der Müll einfach in der Verbrennungsanlage und alle wertvollen Nährstoffe und Materialien gehen verloren.

 

c2c_logoDoch was können wir dagegen tun?
Cradle to Cradle (C2C)“ hat sich dieser Frage angenommen und sich die Natur zum Vorbild gemacht. Der Zyklus eines Baumes z.B. spiegelt deutlich wieder, dass in der Natur nichts verloren geht. Die Blätter des Baumes fallen im Herbst auf den Boden, werden dort von den fleißigen „Waldarbeitern“ in Humus, also fruchtbaren Boden verwandelt und die Nährstoffe gehen wieder zurück in den Baum, der neue Blätter ausbilden kann (ganz vereinfacht dargestellt).
Sollten wir also nicht auch in solchen Kreisläufen denken und Produkte so gestalten, dass die „Nährstoffe“ erhalten bleiben und immer wieder verwendet werden können? Genau dieses Konzept verfolgt Cradle to Cradle ( auf Deutsch „Von der Wiege zur Wiege“) und hat sich hierfür 2 Kreislaufsysteme ausgedacht.

1. Biologischer Kreislauf

Unsere Verbrauchsgüter sollten so gestaltet werden, dass sie zum einen schadstofffrei und zum anderen kompostierbar, also biologisch abbaubar sind. Dadurch gehen die Nährstoffe nicht verloren, sondern können auf andere Art und Weise weiterverwendet werden (z.B. als biologischer Dünger (Humus) für den Garten). Es gibt bereits erste Produkte, wie z.B. Kleidung von Trigema oder Papier von Gugler.

2. Technischer Kreislauf

Alle Gebrauchsgüter sollen schadstofffreie Stoffe enthalten, die sich nach dem Gebrauch wieder sortenrein auftrennen lassen und erneut verwendet werden können. Die List AG hat nach diesem Prinzip z.B. einen Bürostuhl entwickelt.

Ausführliche Infos zu den Kreisläufen findet ihr hier.

Der Kongress

Auf dem Cradle to Cradle Kongress wurden viele spannende Bereiche wie „C2C & Ernährung“ thematisiert. Als Beispiel wurde unter anderem Phosphor (Nutzung als Dünger) genannt, der über Produkte (z.B. Soja) von Südamerika nach Europa transportiert wird, aber natürlich nicht mehr zurückgeführt wird. Dies führt dazu, dass der Boden dort immer unfruchtbarer wird (vereinfacht ausgedrückt). Dies hat auf Dauer weitreichende Folgen für Mensch und Natur.
Der komplette Cradle to Cradle Kongress wurde aufgezeichnet. Wenn euch das Thema interessiert, könnt ihr euch auf Youtube alle Videos anschauen (Stichwortsuche: C2CK15).

Onlineshop

Weltweit gibt es nun schon mehr als 2.000 C2C-Produkte und in Deutschland hat der erste Onlineshop Cradlelutioneröffnet, der ausschließlich C2C-Produkte anbietet.
Die Website ist wirklich toll und informativ aufgebaut. So finden sich bei vielen Produkten genaue Beschreibungen, woraus das Produkt genau besteht, wie es hergestellt wurde oder welche nachhaltigen Maßnahmen der Anbieter bei der Herstellung ergreift. Teilweise gibt es auch schon (wenn auch noch etwas umständlich), die Möglichkeit, ausgediente Produkte zurück an den Hersteller zu senden, sodass die Materialien wieder in den Herstellungsprozess neuer Produkte fließen können.

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Mein Fazit: Cradle to Cradle ist ein langfristig angelegtes innovatives Konzept und vor allem das Thema „Rücknahmesysteme“ wird hier zukünftig sicher noch eine große und wichtige Rolle spielen. Ich bin gespannt, wie sich der Markt in dieser Richtung weiterentwickelt und finde das Konzept sehr spannend.

Wie findet ihr das Konzept? Könnt ihr euch vorstellen Cradle to Cradle Produkte zu nutzen oder habt ihr Zweifel? Kennt ihr ähnliche vielleicht auch ähnliche Konzepte? Ich freue mich auf eure Kommentare und Anregungen!

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